Daniel Barenboim

Daniel Barenboim wurde 1942 als Sohn von Eltern jüdisch-russischer Abstammung in Buenos Aires geboren. Er bekam seinen ersten Klavierunterricht im Alter von fünf Jahren und wurde zunächst von seiner Mutter unterrichtet. Später studierte er bei seinem Vater, der sein einziger Klavierlehrer blieb. Im Alter von sieben Jahren gab Daniel Barenboim in Buenos Aires sein erstes öffentliches Konzert. 1952 zog er mit seinen Eltern nach Israel.
Mit elf Jahren nahm Daniel Barenboim in Salzburg an Dirigierklassen von Igor Markevich teil. 1954 lernte er auch Wilhelm Furtwängler kennen, der daraufhin schrieb: „Der elfjährige Daniel Barenboim ist ein Phänomen.“ 1955 studierte Daniel Barenboim Harmonielehre und Komposition bei Nadia Boulanger in Paris.
Mit zehn Jahren gab Daniel Barenboim sein internationales Solistendebüt als Pianist in Wien und Rom, anschließend in Paris (1955), in London (1956) und in New York (1957), wo er mit Leopold Stokowski spielte. Seitdem unternahm er regelmäßig Tourneen in Europa, den USA, aber auch in Südamerika, Australien und Fernost.
1954 begann Daniel Barenboim, Schallplattenaufnahmen als Pianist zu machen. In den 60er Jahren spielte er mit Otto Klemperer die Klavierkonzerte von Beethoven ein, mit Sir John Barbirolli die Klavierkonzerte von Brahms und alle Klavierkonzerte von Mozart mit dem English Chamber Orchestra in der Doppelfunktion als Pianist und Dirigent.
Während dieser Zeit begann Daniel Barenboim auch, dem Dirigieren mehr Zeit zu widmen. Es entwickelte sich eine enge Beziehung zum English Chamber Orchestra, die mehr als ein Jahrzehnt anhielt. Gemeinsam gaben sie weltweit Konzerte, darunter in Europa, den USA, Japan, Australien und Neuseeland.
Seit seinem Dirigierdebüt 1967 in London mit dem New Philharmonia Orchestra ist Daniel Barenboim bei allen führenden Orchestern der Welt gefragt. Zwischen 1975 und 1989 war er Chefdirigent des Orchestre de Paris. In die Programme nahm er häufig auch zeitgenössische Werke auf, so zum Beispiel von Lutoslawski, Berio, Boulez, Henze, Dutilleux, Takemitsu und anderen.
Daniel Barenboim gab sein Debüt als Operndirigent beim Edinburgh Festival 1973, wo er "Don Giovanni" von Mozart dirigierte. 1981 dirigierte er zum ersten Mal in Bayreuth und war dort bis 1999 tätig. In diesem Zeitraum dirigierte er "Tristan und Isolde", den "Ring", "Parsifal" und "Die Meistersinger".
1991-2006 war Daniel Barenboim Chefdirigent des Chicago Symphony Orchestra, 2006 wählte ihn das Orchester zum Ehrendirigenten auf Lebenszeit. Seit 1992 ist er Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden Berlin, von 1992 bis August 2002 war er auch deren Künstlerischer Leiter. 2000 wählte ihn die Staatskapelle Berlin zum Chefdirigenten auf Lebenszeit.
1999 begründete er gemeinsam mit dem palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said das West-Eastern Divan Orchestra, das junge Musiker aus Israel, Palästina und den arabischen Ländern zusammenführt. Außerdem initiierte er ein Projekt zur Musikerziehung in den palästinensischen Gebieten.
Seit 2007 ist Daniel Barenboim "Maestro Scaligero" am Teatro alla Scala in Mailand, wo er regelmäßig Opern und Konzerte dirigiert.
Barenboim wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Preis "Principe de Asturias" in der Sparte Völkerverständigung gemeinsam mit Edward Said für seine Friedensbemühungen im Nahen Osten, er erhielt den Toleranzpreis der Evangelischen Akademie Tutzing, das Große Verdienstkreuz mit Stern, die Buber-Rosenzweig-Medaille, den Preis der Wolf Foundation für die Künste in der Knesset in Jerusalem, den Friedenspreis der Geschwister Korn und Gerstenmann-Stiftung und den Hessischen Friedenspreis, den Kulturgroschen des Deutschen Kulturrats, den Internationalen Ernst von Siemens Musikpreis sowie die Goethe-Medaille. 2007 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Oxford und den "Praemium Imperiale" in Japan, er wurde in Frankreich zum Commandeur der französischen Ehrenlegion ernannt und im September 2007 zum Friedensbotschafter der Vereinten Nationen.
Für besondere Verdienste um die junge Musikgeneration wurde Daniel Barenboim 1994 mit der Würde des Ehrensenators der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin ausgezeichnet.


Stand: 8/2008